Smarte Steckdose einrichten: So senken Sie die Stromkosten

Smarte Steckdose einrichten: So senken Sie die Stromkosten

Eine smarte Steckdose gehört zu den Geräten, die sich in wenigen Minuten einrichten lassen, dabei aber langfristig echtes Sparpotenzial bieten. Wer wissen möchte, wie viel Strom der alte Kühlschrank, die Kaffeemaschine oder der Standby-Fernseher wirklich frisst, bekommt mit einer smarten Steckdose handfeste Zahlen statt Vermutungen.

In diesem Artikel zeige ich Ihnen, wie Sie eine smarte Steckdose einrichten, sinnvoll automatisieren und so tatsächlich Stromkosten senken.

Was eine smarte Steckdose überhaupt bringt

Eine smarte Steckdose wird zwischen Wandsteckdose und Gerät gesteckt und lässt sich anschließend per App, Zeitplan oder Sprachbefehl schalten. Dadurch verschwinden Standby-Verluste, die sich über das Jahr durchaus summieren.

Zusätzlich zeigen viele Modelle den aktuellen Stromverbrauch an, sodass Sie erstmals sehen, welches Gerät im Haushalt tatsächlich der größte Stromfresser ist. Meiner Erfahrung nach überrascht dabei fast immer derselbe Kandidat: der alte Zweit-Kühlschrank im Keller, der oft mehr verbraucht als das gesamte restliche Entertainment-System zusammen.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen einfachen Schaltsteckdosen und Modellen mit Energiemessung. Nur Steckdosen mit Messfunktion liefern die Daten, die Sie brauchen, um echte Einsparpotenziale zu erkennen. Wer nur schalten, aber nicht messen möchte, kommt mit den günstigeren Varianten aus.

Das brauchen Sie zur Vorbereitung

Bevor es losgeht, sollten ein paar Punkte geklärt sein, damit die Einrichtung anschließend reibungslos läuft:

  • Ein stabiles 2,4-GHz-WLAN, da die meisten smarten Steckdosen kein 5-GHz-Netz unterstützen
  • Die passende Hersteller-App auf dem Smartphone, etwa von TP-Link (Tapo/Kasa), Shelly oder Aqara
  • Ein Nutzerkonto beim jeweiligen Hersteller, das für Cloud-Funktionen und spätere Automatisierungen benötigt wird

Falls Sie mehrere Steckdosen unterschiedlicher Hersteller einsetzen möchten, lohnt sich vorab ein Blick darauf, ob alle Modelle Matter unterstützen. Dieser Standard sorgt dafür, dass Geräte verschiedener Marken später in derselben Smart-Home-App zusammenlaufen, statt in getrennten Insellösungen zu verharren.

Smarte Steckdose einrichten – Schritt für Schritt

Die Ersteinrichtung läuft bei nahezu allen Herstellern nach demselben Muster ab, auch wenn sich Menübezeichnungen leicht unterscheiden:

  1. Smarte Steckdose in die Wandsteckdose stecken und warten, bis die LED blinkt – das signalisiert Kopplungsbereitschaft
  2. Hersteller-App öffnen und über „Gerät hinzufügen“ beziehungsweise „Neues Gerät“ die Einrichtung starten
  3. WLAN-Netzwerk und Passwort eingeben, damit sich die Steckdose direkt mit dem Heimnetz verbindet
  4. Der App kurz Zeit geben, das Gerät zu suchen und zu koppeln – das dauert in der Regel unter einer Minute
  5. Gerät in der App umbenennen, etwa „Kaffeemaschine Küche“ statt der werkseitigen Bezeichnung

Sobald die Steckdose eingerichtet ist, lohnt sich ein Blick in die Geräteeinstellungen. Dort finden Sie meist eine Option für automatische Firmware-Updates. Ich empfehle, diese Funktion zu aktivieren, denn gerade bei Geräten, die dauerhaft am Strom hängen und mit dem Internet verbunden sind, schließen Updates bekannte Sicherheitslücken.

Eine veraltete Firmware ist bei smarten Steckdosen tatsächlich eines der größeren Risiken im Heimnetz, da die Geräte oft jahrelang unbeaufsichtigt laufen.

Smarte Steckdose einrichten

Automatisierungen einrichten, um Stromkosten zu senken

Erst durch Automatisierungen wird aus einer smarten Steckdose ein echtes Sparinstrument. Folgende Einstellungen haben sich in der Praxis bewährt:

Zeitpläne für Standby-Geräte: Fernseher, Receiver oder Spielkonsole lassen sich so programmieren, dass die Steckdose nachts oder tagsüber während der Arbeitszeit automatisch abschaltet. Dadurch entfällt der Standby-Verbrauch komplett, ohne dass Sie selbst daran denken müssen.

Abwesenheitssimulation: Für den Urlaub bieten viele Apps eine Funktion, die Lampen zu zufälligen Zeiten ein- und ausschaltet. Das dient zwar in erster Linie der Einbruchsprävention, spart aber gleichzeitig Strom gegenüber einer durchgehend eingeschalteten Lampe.

Verbrauchsschwellen: Einige Modelle, etwa von Shelly oder TP-Link Tapo, erlauben es, die Steckdose automatisch abzuschalten, sobald der Verbrauch unter einen bestimmten Wert fällt. Das ist besonders praktisch bei Ladegeräten oder der Waschmaschine, die nach Abschluss des Programms trotzdem weiter Strom ziehen würden.

Wo diese Funktionen in der App zu finden sind, unterscheidet sich je nach Hersteller etwas, meist verbergen sie sich jedoch hinter Begriffen wie „Zeitplan“, „Automatisierung“ oder „Regeln“.

Integration in Alexa, Google Home oder Apple Home

Wer bereits ein Smart-Home-Ökosystem nutzt, sollte die smarte Steckdose direkt dort einbinden, statt ausschließlich die Hersteller-App zu verwenden. So lassen sich mehrere Geräte unterschiedlicher Marken in einer einzigen Automatisierung zusammenfassen, etwa „Alle Steckdosen aus, wenn niemand zuhause ist“.

Die Kopplung erfolgt üblicherweise über die jeweilige Smart-Home-App: In der Amazon Alexa App unter „Geräte hinzufügen“, bei Google Home über „Gerät einrichten“ und bei Apple Home über den QR-Code, der bei Matter-fähigen Geräten auf der Verpackung oder dem Gerät selbst aufgedruckt ist. Nach erfolgreicher Kopplung lassen sich Routinen erstellen, die auf Uhrzeit, Standort oder andere Sensoren reagieren.

Stromverbrauch messen und auswerten

Steckdosen mit Energiemessung zeigen in der App den aktuellen Verbrauch sowie meist auch Tages-, Wochen- und Monatswerte an. In meiner Erfahrung lohnt es sich, in den ersten Wochen nach der Einrichtung gezielt die größten Verbraucher im Haushalt zu überwachen, statt wahllos jede Steckdose zu messen. So bekommen Sie schnell ein Gefühl dafür, welche Geräte wirklich ins Gewicht fallen.

Manche Apps bieten zusätzlich eine Hochrechnung der Stromkosten basierend auf dem hinterlegten Strompreis. Diesen Wert sollten Sie unbedingt an Ihren tatsächlichen Tarif anpassen, da die Voreinstellung häufig einen pauschalen Durchschnittswert nutzt, der von Ihrem realen Preis abweichen kann.

Stromverbrauch messen und auswerten
Mario
Mario

Mario betreibt HeimGizmo und erklärt Technik verständlich und praxisnah. Sein Schwerpunkt liegt auf Windows, Software, Apps und digitalen Lösungen, die den Alltag vereinfachen.